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Karte
Karte Die Karte gibt in übersichtlicher und handlicher Form Auskunft über Geländeformen, Siedlungen, Gewässer, Wege und vieles mehr. Allerdings ist die Landkarte lediglich eine verkleinerte und vereinfachte Abbildung der Erdoberfläche. Beim Arbeiten mit der Landeskarte solltest du daran denken, dass du einen Gebrauchsgegenstand von sehr hoher Qualität in den Händen hältst. Schütze die Karte vor Nässe, lege sie nur in den vorgegebenen Falzen zusammen und beschrifte sie höchstens mit Bleistift. Mit der notwendigen Sorgfalt kann dir die Karte viele Jahre hilfreich dienen.
Massstab Mit Massstab bezeichnet man das Verkleinerungsverhältnis von der Natur zur Karte. Beim Massstab 1:25000 ist folglich auf der Karte jede Strecke 25000 mal kürzer als in der Natur. Der Massstab der Landeskarten ist jeweils auf dem Titelblatt sowie am unteren Kartenrand (mit Vergleichsstrecke) angegeben. In der Pfadi braucht man meistens die Karten im Massstab 1:25000 (Titelblatt braun), aber auch solche in den Massstäben 1:50000 (gruen) und 1:100000 (rot). Kartenmassstäbe
Geländedarstellung Wie kann auf einer flachen Karte die unebene Erdoberfläche dargestellt werden? Auf der Landeskarte verhelfen Höhenkurven sowie eine feine Schattierung (Schummerung) zur Wiedergabe der Geländeformen. Höhenkurven sind gedachte Linien im Gelände, wobei alle Punkte auf einer bestimmten Höhenkurve dieselbe Meereshöhe haben. Ausgangspunkt für die Schweizer Höhenmessung ist der Pierre du Niton, ein Stein im Genfer Hafen, welcher 373,6 Meter über Meer liegt. Folgende Äquidistanzen kommen auf unseren Landeskarten vor: Äquidistanzen
Die gültige Äquidistanz ist jeweils in der Mitte des unteren Kartenrandes angeschrieben. Die Höhenkurven können auf einer Karte in verschiedenen Farben erscheinen, je nachdem, ob es sich um ein Gelände mit Feld und Wald (braun), Fels (schwarz) oder Gletscher/Gewässer (blau) handelt. In der Regel ist jede fünfte Höhenkruve etwas dicker ausgezogen und mit der Höhe angeschrieben (Zählkurve). Signaturen Auf der Landeskarte sind nicht nur die Geländeformen eingetragen, sondern auch die Geländebedeckungen wie Häuser, Strassen, Bahnen, Flüsse, Wälder usw. Aus Platzgründen werden aber nicht alle Einzelheiten dargestellt. Zudem können nicht alle wichtigen Dinge im richtigen Massstab abgebildet oder gar angeschrieben werden. Zur vereinfachten Darstellung benutzt man daher Zeichen, sogenannte Signaturen, welche für unsere Karten genau festgelegt sind. Die gebräuchlichsten Signaturen sind beim Bundesamt für Landestopographie in 3084 Wabern erhältlich. OL-Karte Für den Orientierungslauf-Sport hat man eine Karte entwickelt, die für Läufe im Wald besonders geeignet ist. Die Darstellung ist international einheitlich. Im Vergleich zur Landeskarte zeichnet sich eine OL-Karte durch folgende Unterschiede aus:
Eine aktuelle OL-Karte deiner Gegend kannst Du entweder vom jeweiligen Sportamt oder direkt von den OL-Verbänden deiner Gemeinde oder Region beziehen.
Koordinaten Koordinaten heissen die Zahlen, welche die genaue Lage eines Punktes angeben. Um jeden Punkt in der Schweiz bestimmen zu können, hat man sie mit einem Koordinatennetz aus senkrechten und waagrechten Linien überzogen. Der Abstand zwischen diesen Koordinaten beträgt jeweils einen Kilometer, man spricht daher auch vom Kilometernetz. Dieses Netz ist mit den zugehörigen Kilometerwerten auf den Landeskarten aufgedruckt.
Punktbezeichnung: In der Regel liegt ein gesuchter Punkt nicht direkt auf dem Schnittpunkt von zwei Kilometerlinien, sondern irgendwo im Netzquadrat. Auf einem Kartenausschnitt soll ein Punkt bestimmt werden: liegt unser Punkt z.B. im Quadrat mit dem Rechtswert 687 und dem Hochwert 255, so muss man mit einem Kartenmasstab die Distanz von den genannten Kilometerlinien zum gesuchten Punkt messen. Nach rechts misst man bei diesem Beispiel noch 130 Meter, nach oben 275 Meter. Diese Werte werden hinter dem zugehörigen Kilometerwert notier. Man erhält somit die beiden Zahlengruppen 687.130/255.275. Der gesuchte Punkt liegt also 687 Kilometer 130 Meter östlich und 255 Kilometer und 275 Meter nördlich vom Nullpunkt. aus THILO - SCHWEIZER PFADIBÜCHLEIN - (c) 1993 Pfadibewegung Schweiz
Kompass
KompassFunktionen und BegriffeDer Kompass ist ein Gerät zur Bestimmung der Himmelsrichtung. Er ist ein wichtiges und sehr nützliches Orientierungsmittel im unwegsamen, unbekannten Gelände und bei erschwerten Sichtverhältnissen (Nebel, Nacht, Hindernisse). Hauptbestandteil jedes Kompasses ist die Magnetnadel, die sich auf einer Achse dreht. Die magnetische (meist rot markierte) Nadelspitze hat die Eigenschaft, sich immer nach Norden auszurichten. Wenn man mit dem Kompass Norden bestimmt hat, kann man im Uhrzeigersinn auch die Himmelsrichtungen Ost (E), Süd (S) und West (W) festlegen, welche jeweils im rechten Winkel (90 Grad) auseinanderliegen.
Achtung: Die Kompassnadel kann durch elektrische Leitungen und metallische Gegenstände abgelenkt werden; sie zeigt dann in eine falsche Richtung! Halte daher den Kompass von solchen Einflüssen fern.
Aufbau und Arten In der Pfadi verwenden wir meistens den Recta-Marschkompass. Aus diesem Grund beziehen sich die nachfolgenden Anleitungen auf die Anwendung dieses Modells. Die Aufgaben können aber auch mit einem anderen Kompassmodell gelöst werden. Die linke Darstellung zeigt die wichtigsten Bestandteile des Recta-Kompasses.
360 Grad : Altgrad, bekannte Kreiseinteilung 400 Grad : Neugrad, rechter Winkel = 100 Grad 6400 A-Promille : Artilleriepromille, militärische Einteilung Die Recta-Kompasse sind entweder in 6400 Artilleriepromille oder 360 Grad eingeteilt. Allfällige Umrechnungen kannst du mit einem Dreisatz oder einer Umrechnungstabelle vornehmen. Tip: Solche Tabellen kannst du dir leicht selber machen, ein hilfreiches Beispiel dafür findest du im Thilo. Den Kompass kann man natürlich auch im umgekehrten Fall benutzen: Grundanwendungen Grundanwendung I: Richtungsübertragung Gelände-Karte Du siehst von deinem Standort A im Gelände einen Punkt B, den du auf der Karte bestimmen willst.
Visiere mit dem waagrecht gehaltenen Kompass über die Ziellinie den gewünschten Punkt B an. Drehe dann die Kompass-Skala, bis der nach Norden zeigende (rot markierte) Teil der Magnetnadel zwischen die beiden Leuchtstriche der Nordmarke zu stehen kommt (bei ausgestrecktem Kompass im Spiegel kontrollierbar). Bei der schwarzen Zeigermarke (Index) kannst du nun den Richtungswinkel (Azimut) ablesen.
Das unter Schritt 1 berechnete Azimut bleibt eingestellt. Bestimme auf der Karte deinen Standort A, und lege dann den Kompass so auf die Karte, dass eine Ecke der Hinterkante (Schnurseite) auf den Standort zu liegen kommt. (Nicht umgekehrt, sonst ist die Richtung um 180 Grad verdreht! Stell dir vor, du hättest am Standort die Schnur um den Hals. Sie zeigt somit vom angepeilten Punkt weg). Drehe nun den Kompass (mit eingschobenem Spiegel) um den Standort, bis Nordrichtung und Netzlinien auf Karte und Kompass übereinstimmen. (Die Magnetnadel muss beim Arbeiten auf der Karte nicht berücksichtigt werden.) Der gesuchte Punkt B liegt nun auf der Geraden in Richtung der am Standort A angelegten Längskante. Durch die Übertragung der im Gelände geschätzten Distanz auf die Gerade kannst du die genaue Lage des Punktes B bestimmen. Grundanwendung II: Richtungsübertragung Karte-Gelände Du möchtest in unbekanntem oder unübersichtlichem Gelände die Richtung von deinem Standort A zum unbekannten Punkt B bestimmen. Auf der Karte ist dir die Lage beider Punkte bekannt.
Lege den Kompass auf die Karte längs der Verbindungslinie von Standort A zu Punkt B. Die Ziellinie des Kompasses liegt dabei parallel zur Verbindungslinie und somit in der gesuchten Richtung (Kompass-Schnur zeigt auf Seite Standort A, sonst gibt es einen 180 Grad-Fehler). Drehe nun die Kompass-Skala, bis Nordrichtung und Liniennetz auf Karte und Kompass übereinstimmen. (Die Magnetnadel brauchst du beim Arbeiten auf der Karte nicht zu beachten.) An der scharzen Zeigermarke (Index) kann nun das Azimut abgelesen werden.
Das unter Schritt 1 bestimmte Azimut bleibt eingestellt. Visiere nun an deinem Standort A über die Ziellinie des Kompasses und drehe dich, bis die rote Nadelspitze zwischen die beiden Leuchstriche der Nordmarke zu stehen kommt (im Spiegel kontrollieren). Die Ziellinie zeigt nun in die Richtung des gesuchten Punktes B. KrokiDas Kroki Das Kroki ist eine von Hand gezeichnete Skizze eines Geländeabschnittes in Form einer vereinfachten Ansicht oder eines vereinfachten Planes. Es dient zur Verdeutlichung einer Meldung, zur Angabe eines Punktes oder einer Wegstrecke. Ein Kroki erfüllt dann seinen Zweck, wenn es besondere Informationen enthält, welche einer Landeskarte oder einer blossen Beschreibung nicht entnommen werden können. Das Kroki ist also eine persönliche Darstellung des Geländes, auf dem wir z.B. auch unsere Lagerbauten einzeichnen können. Je nach Verwendungszweck zeichnet man ein Ansichts-, Plan- oder Wegkroki. Jedes Kroki enthält folgende Grundangaben: Der Titel sagt aus, was das Kroki darstellt (beim Ansichtskroki auch Hinweis auf Standort des Betrachters); der Massstab wird durch eine Vergleichsstrecke ersichtlich, die man im Kroki einträgt; wichtige Objekte werden angeschrieben; die Angabe der Nordrichtung erleichtert die Ausrichtung des Krokis nach dem Gelände; der Name des Zeichners sowie Entstehungsdatum und -zeit werden untem am Krokirand angeschrieben
Grundschraffierung Für alle Kroki-Arten gelten folgende Schraffierungen für die Darstellung:
Ein Ansichtskroki ist ein skizziertes Bild eines Geländeausschnittes. Zeichne zuerst ganz leicht die wichtigsten Geländelinien vor, damit du die richtige Blatteinteilung erhältst. Dann werden die notwendigen Details wie Wälder, Strassen, Häuser, Lagerplatz usw. durch vereinfachte Signaturen (siehe Abbildung oben links) eingetragen und die vorgezeichneten Geländelinien ausgezogen. Mit zunehmendem Abstand vom Betrachter werden die Striche der Geländeformen und Objekte immer schwächer abgebildet. Abschliessend werden noch allfällig notwendige Beschriftungen angebracht (z.B. Gelände- oder Ortsnamen, Lagerplatz ...).
Das Plankroki ist eigentlich eine von Hand gezeichnete Karte. Es soll aber nicht einfach ein Ausschnitt aus der Landeskarte abgezeichnet werden, sondern man kann gerade auf dem Plankroki Einzelheiten darstellen, für die auf der normalen Karte kein Platz vorhanden ist.
Auf dem Plankroki eines Dorfes können zum Beispiel die für ein Lager wichtigsten Gebäude wie Läden, Post, Gemeindehaus, Kirche, Bahnhof usw. hervorgehoben werden. Beim Rekognoszieren eines Lagerplatzes kann man auf einem Plankroki bereits die möglichen Standorte der vorgesehenen Bauten eintragen. Für das Plankroki gibt es ebenfalls vereinfachte Signaturen (Abbildung oben). Das Wegkroki Das Wegkroki ist dem Plankroki ähnlich und soll den Weg von einem Punkt zu einem anderen weisen. Ein Wegkroki wird verwendet, wenn keine Landeskarte vorhanden ist oder wenn diese zu wenig detailliert ist. Im Unterschied zum Plankroki werden beim Wegkroki nur Einzelheiten angegeben, die unmittelbar links oder rechts des Weges liegen. Die Signaturen sind gleich wie beim Plankroki (Abbildung oben).
Auskundschaften Das Auskundschaften (=Rekognoszieren) ist die eigentliche und grundlegende "Urtätigkeit" der Pfadi. Sein Büchlein "Hilfe zum Pfadfinden" schrieb Baden-Powell ursprünglich für militärische Späher. Später wies er aber ausdrücklich darauf hin, dass die Gesellschaft auch auf Friedens-Pfadfinder angewiesen ist: Menschen, die bereit und fähig sind, neue Lebensräume oder Sachgebiete zu erkunden. Dazu muss man nicht unbedingt in die Wildnis oder ins Weltall reisen. Mit wachen und aufmerksamen Sinnen kann man auch in der eigenen Umgebung viel Interessantes und Neues entdecken. So können wir zum Beispiel als Aufgabe auf einem Gruppen-Hike oder einem speziellen Rekognoszierungsmarsch Wege, Plätze, Landschaften, Häuser, Ortschaften, Bräuche und Betriebe erforschen. Dabei ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für all unsere pfaditechnischen Fähigkeiten: Orientieren, Naturkunde, Beobachten, Krokieren, Pionier, Übermitteln ...
aus THILO- SCHWEIZER PFADIBÜCHLEIN - (c) 1993 Pfadibewegung Schweiz
OrientierungOrientieren im Gelände
Vergleich Karte-Gelände Orientiere zuerst die Karte nach Norden. Dazu stellst du auf dem Kompass Azimut Null (0) ein und legst ihn darauf an eine Nord-Süd-Koordinatenlinie der Karte (Ziellinie des Kompasses zeigt auf Karte nach Norden). Drehe dann die Karte mit aufgelegtem Kompass bis die rote Nadelspitze zwischen die beiden Leuchtstriche der Nordmarke zu liegen kommt. Nun liegt die Karte richtig im Gelände. Versuche dich nun durch Vergleich markanter Geländeteile (Berggipfel, Hügel, Wald, ...) und auffälliger Bauten (Turm, Starkstromleitung) mit der Karte zu orientieren. Standortbestimmung mit "Einschneiden" Zwei oder mehrere im Gelände sichtbare Punkte sind dir auf der Karte bekannt, jedoch dein momentaner Standort nicht.
Natürliche Hilfsmittel Merkmale im Gelände Auf der Wetterseite von Bäumen, Felsen und Häusern wachsen oft Moos und Flechten. In der Schweiz liegt die Wetterseite in der Regel gegen Westen gerichtet. Holzhäuser sind durch die Sonnenbestrahlung auf der Südseite am dunkelsten gefärbt. Alte Kirchen sind meist nach Osten ausgerichtet. Der Altarraum befindet sich im Ostteil der Kirche. Sonne und Uhr Bei einer waagrecht gehaltenen Uhr wird der Stundenzeiger nach der Sonne ausgerichtet. Die Winkelhalbierende zwischen dem Stundenzeiger und der Zwölf-Uhr-Marke zeigt ungefähr nach Süden. Diese Methode funktioniert zwar praktisch, aber ungenau. Sie funktioniert zudem nur, wenn die Uhr die richtige Ortszeit angibt. Bei Sommerzeit muss die Uhr zuvor um eine Stunde zurückgestellt werden. Nordrichtung nach dem Polarstern Die Richtung, in welcher der Polarstern steht, ist die genaue Nordrichtung. Hat man am Himmel den Polarstern gefunden, so kennt man dadurch die Himmelsrichtungen. Um diesen nicht besonders auffälligen Stern zu finden, sucht man mit Vorteil das Sternbild des Grossen Bären (Grosser Wagen) oder dasjenige, das wie ein "W" aussieht und Cassiopeia genannt wird. Verlängert man beim Grossen Bären nun die Strecke zwischen den forderen beiden Ecksternen etwa fünfmal, so findet man den Polarstern. Der mittlere Stern im Sternbild Cassiopeia liegt ungefähr gleich weit weg vom Polarstern, nur in entgegengesetzter Richtung. aus THILO- SCHWEIZER PFADIBÜCHLEIN - (c) 1993 Pfadibewegung Schweiz Seil und PionnierbautenSeil- & Pionierbauten
Das Seilmaterial Eine Brücke über einen Bach, ein grosses Aufenthaltszelt, ein Aussichtsturm: Dies sind nur ein paar nützliche und attraktive Einrichtungen im Pfadi- und Lagerleben, für deren Konstruktion grundlegende Kenntnisse in Seilkunde wichtig und notwendig sind. Bevor man jedoch den ersten Knoten macht, muss man sich für das geeignete Seil entscheiden. Durch verschiedene Grundmaterialien und Verarbeitungstechniken ergeben sich nämlich Seilarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. So sind z.B. Kunststoffseile reissfester als Hanfseile, dafür sind sie weniger reibungsbeständig. Gedrehte Seile haben eine höhere Tragkraft als geflochtene aus demselben Material. Eine detaillierte Aufstellung findet sich im Thilo. Vom Zustand des Seilmaterials kann die Sicherheit von Menschen abhängen. Zudem ist es auch relativ teuer. Ein Seil muss daher sorgfältig behandelt, gepflegt und kontrolliert werden! Seile sollten trocken, sauber und aufgerollt gelagert werden. Man trample auch nie mit Schuhen auf Seilen herum und schütze sie vor scharfen Kanten. Knoten Die Grundlage zur fachkundigen Ausführung der meisten Pionierarbeiten bilden die Knoten. Es genügt aber nicht, viele Knoten zu kennen; man sollte auch über ihre richtige Anwendung Bescheid wissen. Zum Üben eignen sich Stricke und Seile besser als dünne Schnürchen. Übe auch gleich am richtigen Objekt: die Achterschlinge an einem Pfahl, den Maurerknoten um einen Stamm ... Kannst du die Knoten auch "blind" richtig knüpfen? Seilverbindungen
Bünde Bünde dienen zum Verbinden von Balken. Sie müssen sorgfältig ausgeführt und immer gut angezogen werden.
Strickleitern
Seilbrücken Seilbrücken eignen sich dort, wo ein Hindernis (Tobel, Graben, Bach) rasch überwunden werden soll. Nach Gebrauch kann die Brücke sofort wieder abgebrochen werden. Für Seilbrücken sollen nur einwandfreie Seile verwendet werden. Je stärker ein Seil gespannt ist, desto geringer ist die Reissfestigkeit. Stahlringe oder Karabiner an den Umlaufpunkten (z.B. beim Spanner) verringern die Reibung (vor allem wichtig bei Polypropylenseilen).
Das eine Seilende wird mit einer Achterschlinge oder mit einem Maurerknoten an einem Baum befestigt. Das andere Ende wird mit einem Seilspanner versehen. Damit man den Flaschenknoten nachher leicht wieder lösen kann, steckt man in dessen Mitte einen Knebel, der sich nachher durch Brechen leicht wieder entfernen lässt. Zwei Seile: Beide werden wie oben beschrieben gespannt. Das stärkere Seil dient als Laufseil, das schwächere als Halteseil; das zweite steht etwa 1.5 m über dem ersten. Drei Seile: Zwei Seile dienen als Geländer, das dritte als Laufseil. Halteseil und Laufseil werden durch dünnere Seile V-förmig verbunden. Ist an einem Ufer ein einziger Baum, am anderen Ufer hingegen keiner, so kann mit einer Balkenkonstruktion eine Brücke nach obiger Figur gebaut werden. aus THILO- SCHWEIZER PFADIBÜCHLEIN - (c) 1993 Pfadibewegung Schweiz
ÜbermittelnÜbermitteln Übermitteln bedeutet eine Nachricht weitergeben. Am direktesten geschieht das natürlich durch die gesprochene Sprache, was uns heute dank Telefon und Funk auch über weite Distanzen möglich ist. Wenn uns jedoch eine solche mündliche Kontaktaufnahme nicht möglich ist, sind wir auf andere Formen der Nachrichtenübermittlung angewiesen, wir verwenden Signale. Signale sind Zeichen und Symbole mit einer bestimmten Bedeutung, die entweder sichtbar (optisch) oder hörbar (akustisch) weitergegeben werden. Das Übermitteln mit solchen Signalen nennt man auch "signalisieren". Morsen - - / - - - / . - . / . . . / . / - . // Im Jahre 1857 erfand der Amerikaner Samuel Morse ein Zeichensystem aus Strichen und Punkten, das eine eigentliche Revolution im Übermittlungswesen einleitete. Jedem Buchstaben des Alphabetes, jeder Grundzahl, den Satzzeichen und Dienstzeichen wies er je eine Kombination von Punkten und Strichen zu. Diese Punkte und Striche können auch durch kurze und lange Töne oder Impulse (Licht, Strom) ersetzt werden, wodurch das Morsesystem schon kurz nach seiner Erfindung in der Telegraphie grosse Bedeutung erlangte. Die Morsezeichen Die Buchstaben umfassen bis zu vier Punkte oder Striche. Häufig verwendete Buchstaben sind in der Regel kurz und einfach. Am besten lernt man die einzelnen Buchstaben mit den zugehörigen Merkwörtern, die man in Silben trennt. Wenn in einer Silbe ein "o" enthalten ist, bedeutet dies einen Strich, jede andere Silbe einen Punkt. Beim Morsen und anderen Übermittlungsarten wird auf Gross- oder Kleinschreibung verzichtet. Eine übersichtliche Zusammenstellung der Zeichen und Merkwörter findet man auf der Morsekarte und im Thilo.
Die Zahlen: Alle zehn Grundzahlen umfassen fünf Punkte oder Striche. Die Zahlen von 1 bis 5 beginnen mit einem Punkt, diejenigen von 6 bis 9 sowie 0 (Null) mit einem Strich: 1 .---- 4 ....- 7 --... Die Satzzeichen umfassen jeweils sechs Punkte und Striche. Sie bestehen aus der Zusammenfügung von zwei oder drei Buchstaben. Man braucht die Satzzeichen eigentlich nur, wenn sie zum Verständnis des Textes notwendig sind. Das Zeichen für Klammer muss vor und nach dem eingeklammerten Teil der Meldung gegeben werden. Punkt .-.-.- (AAA) Komma --..-- (MIM)
Dienstzeichen verwendet man hauptsächlich zur Einleitung und Beendigung eines Kontaktes sowie zur Quittierung des Textes oder einzelner Teile davon. Nachfolgend die gebräuchlichsten Zeichen. Anruf: Zeichen geben, bis Gegenseite auf gleiche Weise reagiert. Mit Ton oder Licht . . . . / . . . . / . . . . (h, h, h usf.). Mit Scheiben, Flaggen usf. kreist man mit der Scheibe rechts. Wortende: mit Ton oder Licht . . / . . (i, i, rasch geben). Mit Scheiben hält man beide Scheiben übereinander. Weitere Dienstzeichen: Buchstaben oder Wort verstanden: . (e), Buchstaben oder Wort nicht verstanden: - (t), Ende der Depesche . - . - . (ar=all right), Irrtum . . . . . . . . darauf wiederholt man den falschen Buchstaben oder das falsche Wort.
Mit Hilfe des abgebildeten Morseschlüssels können Morsezeichen direkt entziffert werden. Jeder Buchstabe, jede Zahl und jedes Zeichen hat darin einen festen Platz. Punktierte Linien, die zu ihm hinführen, bedeuten Punkte, durchgezogene Linien Striche. Wenn du nun zum Beispiel das Zeichen . - . empfängst, so folgst du auf dem Schlüssel zuerst der punktierten Linie, dann der durchgezogenen und nochmals der punktierten Linie. Dort findest du dann den richtigen Buchstaben "r".
Morsen angewandt Standortwahl und Signalmittel Für das Übermitteln im Gelände ist die Wahl eines geeigneten Standortes wichtig. Beim optischen Verfahren (mit Scheiben, Flaggen, Licht) muss selbstverständlich eine freie Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger bestehen. Zudem sollte sich das Signalmittel von der Umgebung abheben. Vor einem dunklen Hintergrund verwendet man also mit Vorteil helle Signalscheiben, und umgekehrt. Wird mit Lampen übermittelt, so sollte sich keine störende fremde Lichtquelle in der Nähe befinden. Auch steht man zum Senden nicht gerade auf eine Hügelspitze, wenn man eine geheime Nachricht vor fremden Augen verborgen halten will. Die Auswahl des geeigneten Signalmittels hängt von eurem Standort, den Sichtverhältnissen und dem vorhandenen Material ab. Am Tag kann man mit Morsescheiben über 1-2 km morsen, mit Hüten und Flaggen bis 300 m, mit einem Sonnenspiegel (Heliograph) sogar bis 20 km. In der Nacht hat man mit einem Morsescheinwerfer eine Reichweite von bis zu 20 km, mit der Taschenlampe bis 1 km. Tag und Nacht erreicht man mit einer Pfeife einen Empfänger in bis zu 500 m Entfernung, bei einem Morseapparat hängt die Reichweite natürlich von der Kabellänge ab.
Bei der Übermittlung mit Licht oder Ton gibt man für einen Punkt nur ein kurzes Signal, ein Strich dauert fünfmal so lange wir ein Punkt. Die Pause zwischen den einzelnen Buchstaben dauert etwa gleich lang wie ein Strich. Personal Auf einer Übermittlungsstation braucht es in der Regel drei Personen, nämlich den Signalisten, den Beobachter und den Schreiber. Es sollte nur der Signalist gesehen werden. Die Aufgabenverteilung ist dabei folgendermassen. Beim Senden sendet der Signalist, der Beobachter achtet auf die Bewegungen der Gegenstation und quittiert, ob diese "verstanden" wurden oder nicht, und der Schreiber diktiert den Text der Meldung. Beim Empfangen gibt der Signalist die Zeichen "verstanden" oder "nicht verstanden" etc. , der Beobachter beobachtet und diktiert, was er sieht und der Schreiber notiert und übersetzt die Morsezeichen. Übermitteln einer Depesche Eine Nachricht, die übermittelt werden soll, wird auch Depesche genannt. Die Depesche soll möglichst kurz und einfach sein, unnötige Worte kann man weglassen, allenfalls bekannte Abkürzungen benutzen. Wenn man eine Depesche übermitteln will, so beginnt man mit dem Aufruf an die Gegenstation, bis diese mit dem gleichen Zeichen antwortet (mit Kreisen oder mehrmals vier Punkte nacheinander). Dann kann mit der eigentlichen Übermittlung begonnen werden. Der Schreiber der Sendestation diktiert dem Signalisten die einzelnen Buchstaben. Der Beobachter der Empfangsstation diktiert seinem Schreiber den empfangenen Buchstaben. Je nach vorheriger Abmachung quittiert der Signalist der Empfangsstation nach jedem Buchstaben oder Wort entweder mit "verstanden" (.) oder "nicht verstanden" (-). Zahlen werden mit der Wiederholung der Zahl quittiert. Der Beobachter der Sendestation sagt "gut" oder "verstanden", wenn die Gegenstation verstanden hat. Wenn diese nicht verstanden hat, muss das zuletzt gesendete Zeichen (oder Wort) nochmals übermittelt werden. Am Schluss der Nachricht sendet man .-.-. (AR).
Funken Eine nützliche moderne Übermittlungsmethode ist die Funktechnik. Auch im Pfadibetrieb werden immer häufiger Handfunkgeräte eingesetzt. Sie ermöglichen eine direkte sprachliche Übermittlung über grössere Distanzen, ohne dass ein Kabel oder ein direkter Sichtkontakt notwendig ist. Hier ein paar Hinweise zum Gebrauch von Handfunkgeräten: Für den legalen Betrieb eines Funkgerätes braucht es eine Zulassung (Konzession) durch die PTT. Jeder Funker hat einen Rufnamen, mit dem er aufgerufen wird und mit dem er sich meldet. Jedes Handfunkgerät verfügt ueber mehrere Sprechkanäle. Es ist von Vorteil, wenn man noch vor dem Einsatz des Gerätes mit seinem Partner einen bestimmten Kanal vereinbart. Zum Sprechen wird auf die Sendetaste gedrückt. Solange diese Taste gedrückt ist, kann man selbst keine Meldung empfangen, daher nach dem Sprechen sofort wieder loslassen. Sprechregeln: Beim Funken kannst du stets ohne dein Wissen abgehört werden. Aus diesem Grund darfst du bei einer Übung nicht einfach eine falsche Notfallmeldung funken, sonst leitet ein Mithörer allenfalls eine Rettung ein, die dann teuer zu stehen kommen kann. Du solltest einen Funkkanal auch nicht unnötig mit Geplauder besetzen, denn damit könntest du einen wichtigeren Funkkontakt stören. Das nachfolgende Gespraech zeigt ein mögliches Funkgespräch zwischen den Stationen "Albatros" und "Gismo".
Mit der Aufforderung "Antworten" wird jeweils an den Partner übergeben, dieser bestätigt mit "Verstanden" oder "Nicht verstanden". Das Gespräch wird von derjenigen Station abgeschlossen, die es begonnen hat. Wenn man verhindern will, dass Aussenstehende die Funkbotschaft verstehen, kann man die Mitteilung verschleiern, indem man bestimmte Worte und Zahlen durch andere ersetzt. Dabei müssen selbstverständlich alle Funkpartner den Code kennen. Jamboree on the Air Ein besonderes Funk-Erlebnis fuer die Pfadi ist das Jamboree on the Air (JOTA), dass seit 1957 alljährlich am dritten Oktoberwochenende ausgetragen wird. Tausende von Pfadigruppen aus der ganzen Welt versuchen dann jeweils miteinander über Funk in Verbindung zu treten, sozusagen ein Weltlager im Äther. Dazu reicht aber ein Handfunkgerät nicht mehr aus, es braucht eine grössere Kurzwellenstation, die von einem ausgebildeten Amateurfunker bedient wird. Vielleicht hast du einmal Gelegenheit, ein JOTA mitzuerleben. Frage deine Führerinnen oder Führer. aus THILO- SCHWEIZER PFADIBÜCHLEIN - (c) 1993 Pfadibewegung Schweiz
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Pfadi Technik
Auf einer Karte ist der senkrechte Höhenabstand zwischen zwei folgenden Höhenkurven immer gleich gross. Diesen Abstand nennt man Äquidistanz. Man kann sich das so vorstellen, als ob ein Hügel in Scheiben von gleicher Dicke geschnitten würde. Die Schnittlinien entsprechen dann den Höhenkurven auf der Karte. Je näher die Höhenkurven beieinander liegen, desto steiler ist das Gelände; je weiter sie auseinander liegen, desto flacher ist es. Man sieht dies auch auf dem Höhenprofil der rechten Abbildung.
Deshalb merke, Höhenkurven können sich nie kreuzen!
Ist das Gelände zwischen zwei benachbarten Höhenkurven ziemlich flach, so erscheinen bisweilen auch gestrichelte oder punktierte Zwischenkurven, die jeweils die halbe oder einen Viertel der Äquidistanz wiedergeben. Ist ein Gelände besonders steil (Felsen), so werden die Formen mit Schraffen (Strichen) dargestellt. Schraffen wirken plastischer als Höhenkurven, können aber nicht zur Höhenberechnung verwendet werden.
Die senkrechten Linien (Ordinaten) werden von West nach Ost (also nach rechts) gezählt. Sie zeigen den Rechtswert, der zwischen 400 und 900km liegt. Die waagrechten Linien (Abszissen) werden von Süden nach Norden gezählt und bezeichnen den Hochwert, der zwischen 0 und 300km liegt.
Leider weist die Kompassnadel nicht zum geographischen Nordpol, sondern zum magnetischen Nordpol. Der magnetische Nordpol liegt etwas westlicher. Den abweichenden Winkel zwischen den beiden Polrichtungen nennt man Deklination. Sie beträgt in der Schweiz etwa 2 Grad und nimmt jährlich etwas ab. Bei den meisten Kompassen ist die Deklination bereits berücksichtigt, so dass beim Messen eines Azimuts direkt der richtige Winkelwert abgelesen werden kann.
Die verschiedenen Kompassmodelle zeichnen sich vorwiegend durch unterschiedliche Kreiseinteilungen aus. Folgende Einteilungen triffst du an:
Schritt 1: Azimutbestimmung im Gelände
Schritt 2: Azimutübertragung auf Karte
Schritt 1: Azimutbestimmung auf der Karte
Schritt 2: Azimutübertragung ins Gelände




Gemäss Grundanwendung I (Umgang mit dem 










Beim Bau von Strickleitern werden die Stöcke links und rechts mit Flaschenknoten befestigt. Der Flaschenknoten hat gegenüber dem Achterknoten den Vorteil, dass die einzelnen Treppenstufen leicht verschoben werden können, und dass er sich beim Abbruch leicht lösen lässt. Man hat nur darauf zu achten, dass die "komplizierte" Seite unten ist.
Brücken mit einem einzigen Seil sind nur auf kurze Distanzen (bis etwa 10 m) brauchbar. Man hängt einen Fuss ein, lässt das andere Bein gestreckt nach unten hängen und zieht sich mit den Händen kopfvoran vorwärts.
Morseschlüssel
Werden als Signalmittel Scheiben, Hüte oder Flaggen benützt, so wird jedes Zeichen (Punkt oder Strich) 2-3 Sekunden gezeigt, die Zeichen eines Buchstaben folgen rasch aufeinander. Die Pausen zwischen den einzelnen Buchstaben dauern etwa doppelt so lange wie ein Zeichen (4-5 Sekunden) oder bis eine Quittierung eintrifft. Die Übermittlung mit Scheiben zeigen nebenstehende Skizzen:
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